Ihre Fragen, unsere Antworten

Manche Fragen tauchen immer wieder auf. Hier finden Sie Antworten. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, sprechen Sie uns einfach an. Nehmen Sie Kontakt auf unter in2853fo@klimaini1894tiative-eberbach.de . Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Was will die Klimainitiative?

Die Klimainitiative will, dass Eberbach bis 2035 klimaneutral wird. Sie lädt die Eberbacher Bürger ein, Position zu beziehen und zu unterzeichnen. Sie will, dass sich der Gemeinderat zu diesem Ziel bekennt und die Stadt mit schnellen und transparenten Beschlüssen auf den Weg dorthin bringt. Siehe Unser Ziel.

Brauchen wir eine Klimainitiative? Wird nicht sowieso schon viel getan?

Den Klimawandel aufzuhalten ist eine Riesenaufgabe. Eine Solaranlage hier und ein Elektroauto da werden nicht ausreichen. Klimaschutz ist kein Projekt unter vielen, sondern Grundlage für alles und muss höchste Priorität haben. Wir brauchen ein systematisches, ambitioniertes und mutiges Vorgehen. Corona hat gezeigt, dass die Politik das kann. In Eberbach existiert seit 2012 ein Klimaschutzkonzept. Gemessen an der Größe der Aufgabe ist seitdem nichts passiert.

Ist so viel Klimaschutz wirklich nötig?

Ja. Es ist nötig, weil es den Einschätzungen des Weltklimarats entspricht und weil die internationalen Beschlüssen von Paris es vorgeben. Es ist nötig, weil es die beste Chance ist, unsere Lebensqualität und unsere Wirtschaftskraft auch in Zukunft zu erhalten und gefährliche Klimaveränderungen zu verhindern. Es ist nötig, weil es um unsere Kinder und Enkelkinder geht. Siehe Begründung.

Warum denn schon 2035?

Die globale Durchschnittstemperatur steigt an und führt bereits heute zu Klimaveränderungen. Um gefährliche Entwicklungen zu verhindern, muss der Temperaturanstieg auf 1,5° begrenzt werden. Der Weltklimarat hat 2018 ermittelt, wie viel CO2 noch ausgestoßen werden kann, ohne dass diese Grenze überschritten wird. Wenn wir weitermachen wie bisher, ist die Grenze in 7 Jahren erreicht. Wenn wir unseren CO2-Ausstoß jedes Jahr um die gleiche Menge senken, dann sind es noch 15 Jahre: 2035. Siehe Begründung.

Ist das überhaupt zu schaffen?

Der Weltklimarat kommt in seinem Bericht 2018 zu der Einschätzung, dass es finanziell und technisch machbar ist. Andere Städte wie Marburg, Tübingen, Gießen, München, Düsseldorf, Bonn, Soest sind ebenfalls überzeugt, dass es möglich ist und haben sich der Aufgabe bereits verpflichtet. Kopenhagen hat seinen CO2-Ausstoß in 12 Jahren um 42% gesenkt und ist zuversichtlich, bis 2025 klimaneutral zu sein.

Kann der Gemeinderat so einen weitreichenden Beschluss überhaupt fassen? Was, wenn es nicht gelingt?

Der Gemeinderat hat gerade beschlossen, die Planung für ein mögliches Hallenbad zu beginnen und Geld dafür auszugeben, obwohl es momentan noch nicht finanzierbar ist und niemand sicher weiß, ob es in Zukunft Fördermittel geben wird. Niemand kennt die Zukunft, Beschlüsse basieren auf Einschätzungen.
Wir wissen, dass Klimaneutralität dringend nötig ist. Es gibt viele Hinweise, dass sie zu erreichen ist (siehe Frage “Ist das überhaupt zu schaffen?”). Teilschritte in diese Richtung sind ein Gewinn. Das zusammen ist Grundlage genug für einen Beschluss.
Es ist keine Schande, sich intensiv zu bemühen und zu scheitern. Schlimm ist, es nicht zu versuchen. Wenn der Gemeinderat wirklich die feste Absicht hat, alles daran zu setzen, die Klimaneutralität zu erreichen, kann er das auch beschließen.

Bedeutet klimaneutral gar kein CO2 mehr?

Klimaneutral bedeutet nicht emissionsfrei. Klimaneutral bedeutet, dass nur noch so viel CO2 ausgestoßen wird wie anderswo wieder ausgeglichen wird, zum Beispiel durch Bäume. Das ist sehr, sehr viel weniger als heute. Aktuell verursachen wir in Deutschland 11,6 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Vertretbar wäre 1 Tonne laut Umweltbundesamt.

Ist das Ziel nicht viel zu allgemein?

Das Ziel ist sehr präzise. 2035 ist ein präziser Zeitpunkt. Klimaneutral ist ein messbarer Zustand. Vielleicht meinen Sie eher, dass das Ziel ein sehr großes Ziel ist? Das ist richtig. Deshalb wird es nötig sein, das Ziel, wenn es einmal beschlossen ist, in Zwischenziele herunterzubrechen.

Aber was heißt das für Eberbach ganz konkret?

Zur Frage, wie kommunaler Klimaschutz umzusetzen ist, gibt es Fachleute in Eberbach und darüber hinaus. Eberbach hat ein eigenes Klimaschutzkonzept. Eberbach hat seit 01.09.2020 eine Klimaschutzmanagerin. Eberbach ist Mitglied in der Kooperation Klimaschutz des Rhein-Neckar-Kreises und kann sich von der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg beraten lassen. Viele andere Städte haben bereits Aktionspläne, die Anregung bieten...
Die Pläne anderer Städte drehen sich regelmäßig um die Handlungsfelder Gebäude/Wärme, Verkehr, Stromerzeugung, Industrie, ggf. ergänzt um Konsum/Ernährung, in denen die Stadt in verschiedenen Rollen agiert: als Vorbild, Versorgerin, Reguliererin, Beraterin. Auf ähnliches wird es wohl auch in Eberbach herauslaufen.
Die Klimainitiative könnte ein eigenes Maßnahmenprogramm präsentieren, doch wozu? Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Kommunaler Klimaschutz ist keine Frage der Machbarkeit oder der revolutionären Ideen, sondern eine Frage von Willen, Konsequenz und Fleiß.

Ist die Klimainitiative für Windräder?

Die Klimainitiative fordert Klimaneutralität, keine expliziten Einzelmaßnahmen. Die Umsetzung ist variabel, solange es in angemessenem Tempo voran geht.
Wir sind der Ansicht, dass die Diskussion um die Windräder mit verhärteten Fronten den Klimaschutz in Eberbach eher bremst als fördert. Es braucht keine weiteren Standpunkte oder Diskussionen. Es ist bereits alles gesagt.
Windräder in Eberbach mögen eine gute Idee sein oder eine schlechte Idee. Klar ist, sie alleine werden unsere Klima-Aufgabe nicht lösen. Es gibt mehr zu tun als Windräder zu bauen. Wenn wir weiter in Diskussionen verharren, verlieren wir wertvolle Zeit.

Was kann ich tun?

Unterzeichnen Sie unser Anliegen. Sprechen Sie in Ihrem Umfeld über die Klimainitiative. Leisten Sie Ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz. Wenn Sie sich darüber hinaus bei uns einbringen möchten, sprechen Sie uns an.